Weinrebendank – ein Trinklied
erdichtet im März 2001, ah
veröffentlicht in der Anthologie
„Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“
Ausgewählte Werke VI – 2003
Prost Brüder, kommt und lasst und trinken,
lasst teilen uns das Fässchen Wein!
Wer weiss, ob morgen wir schon stinken,
ob tot wir liegen beim Gebein?!
Nein, Freunde, heute müssen leben
und Dank dem Weine sagen wir.
Wer weiss, welch unerwartet Beben
uns morgen schon vernichtet hier.
Hier an den Tisch jetzt setzt euch, Brüder
und teilt mit uns, was übrig ist,
denn gar zu schnell liegt man danieder,
war man auch selbst der frommste Christ.
Was ist des Lebens grösste Freude?
Dass man weinselig niedersinkt,
dass man in seinem schönsten Kleide,
benebelt über Felder springt.
Drum lasst die Sorgen, lasst den Kummer,
das ist doch Zeitverschwendung nur.
Es bringt euch stets den schönsten Schlummer,
tiefroter Saft aus der Natur.
Prost!
