Unter mir
– ein Abendlied
erdichtet vor dem Einschlafen am 1. Feb. 2005, ah
Während ich lieg‘, ganz still in meiner Kammer
riech ich vom Stockwerk unter mir den Rauch.
Sie feiern, während ich mich klammer
an’s Kissen eng gepresst an meinen leeren Bauch.
Ich seh‘ sie in Gedanken Wein eingiessen
und denk‘ daran wie es mir einstmals ging
als ich, da grad die Knospen spriessen
das Leben offenherzig und voll Lust empfing.
Lautes Gelächter dringt an meine Ohren
Ich wäre gern in dieser Ausgelassenheit.
Hier in der Kammer fühl‘ ich mich verloren,
zurückgeworfen in manch‘ Bitterkeit.
Und während unter mir die Stimmen
wirr durcheinander wirbeln, denk‘ ich mir,
ich werd‘ sie nie mehr los die schlimmen
Erfahrungen und ich ersticke schier.
Wie kommt’s, dass im Verlauf der Jahre
die Leichtigkeit sich aus dem Staube macht?
Ist’s so, dass beim Ergrauen der Haare
auch jeden Tag das Herze wen’ger lacht?
Ach, bitte, Nein! denn das würde doch heissen,
dass nur wer jung ist lachen, feiern kann.
Und doch fühl‘ ich ganz leis‘ was in mir reissen
und wünschte Gott mög‘ etwas ändern daran.
