anette herbst, ah-effekte

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Plötzlich Frühling
– eine Briefkastenromanze

erdichtet im März 2006, ah

Vor meinem Kasten, leer von Briefen
traf ich auf ihn, den keiner mag
und von dem Dach, dem ewig schiefen
tropfte die Zeit – wie jeden Tag.
Flüchtige Worte, Lachen, Schweigen
ganz unvermittelt, unbedacht
und in des Baumes dürren Zweigen
hat sich der Frühling breitgemacht.

Seitdem erblüht in meinem Leben
wie man es nennt? – ich weiss es nicht
ich hab’s verdorrt geglaubt – doch eben:
Es zeigt ein lachendes Gesicht.

Er hat die Liebe nicht erfunden
hat sie auch nie wirklich gespürt.
In seinem ICH klaffen die Wunden
und wehe dem, der sie berührt.

Wir hören nicht mit gleichen Ohren
Wir sprechen nicht aus einem Mund
Die Erde, die uns hat geboren
die allein kennt dafür den Grund.

Und meinen Kasten ohne Briefe
seh‘ ich seitdem mit ander’m Blick
Mir ist als ob es aus ihm riefe:
„In mancher Leere steckt viel Glück.“


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