Der Tag da Gilbert kam
erdichtet Anfang August 2006, ah
Der Tag da Gilbert kam
das war ein Tag so heiss
’s ist nicht zu sagen
flossen Tränen? war es Schweiss?
Der Tag da Gilbert kam
war plötzlich alles leise
und Gilbert sagte in die Stille: „Was ’ne Reise!“
Er sah zerbeult aus
seine Augen schielten sehr
und man sah deutlich
dieser Typ kommt von weit her.
Ich nahm behutsam ihn entgegen und er schnaubte
(ein Schnauben, so vertraut, dass ich dem Ohr nicht traute)
Die rechte Pfote hob diskret er an den Mund
und musste husten – du und ich kennen den Grund.
Nach langem Schweigen, Staunen, hub er an zu sagen:
„Lös‘ mir doch bitte mal die Schleife hier am Kragen.“
Denn Ihr müsst wissen:
Gilbert wollte sich nicht lumpen
(doch dieses outfit musste er sich sicher pumpen)
Der Tag da Gilbert kam
das war nicht irgendeiner!
Es war der Tag der Quergestreiften – es war meiner.
Kaum hatte er in meinem Leben Platz genommen
fiel müd‘ zur Seite er und sprach: „Ich bin gekommen,
weil alles andre wohl im Leben
ganz egal wie sehr wir streben
nun mal nicht zu dir im Leben kommen kann.
Doch jetzt nimm mich,
denn näher kommst du niemals dran.“
Ich hab darauf verstohlen ihn beschnüffelt
mit ihm gemeinsam eine Flasche ausgesüffelt
Und er erzählte atemlos
Es wär im Grunde gar nix los
Es gäbe gar nix zu berichten
von all den längst verstaubten G’schichten
Das Leben sei nun mal heut‘ so und morgen so
Und mitten in dem Satz ging er einfach auf’s Klo.
Der Tag da Gilbert kam
hab ich ein Kreuz gemacht
in meinem Tagebuch
und er hat laut gelacht
Ich weiss nichts, weiss vielleicht nur eines
was mal meins war wird auch deines
und irgendwann kehrt es auf einem Weg zurück
Der Tag da Gilbert kam
das war ein Tag voll Glück!
