anette herbst, ah-effekte

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Eisblumen am Fenster

erdichtet Ende Oktober 2007, ah

Es ist Oktober, das Jahr nicht verloren
„Noch nicht“, sagst du und du legst dich zur Ruh‘.
Ich sitz in der Stube und in meinen Ohren
die Zeiger der Uhr und dein Atem dazu.

Die Kerzen knistern, es knirschen die Zähne
es zieht der Mond leise über’s Dach.
Ich spitz den Bleistift, und während ich gähne
frag ich mich, was ich zum Teufel hier mach.

Tief ist die Nacht und nur manchmal ein Dröhnen
eines Motors, der den Heimweg noch sucht.
Ich hör‘ dich in deinem Schlaf sachte stöhnen
und habe schon dreimal die Feinde verflucht.

In deine Locken leg ich mich und träume
von Winden im Haar und geröstetem Brot.
Du küsst mich, empfängst mich und öffnest mir Räume
die hell sind und machst mir die Wangen rot.

Am Morgen sagst du, es sei jetzt schon Winter
die Blumen erfroren, dein Herz voller Eis.
Ich schau aus dem Fenster und sehe dahinter
ein Mensch rennt zur Bahn, eine Katze im Kreis.

Wie zwei, die sich kennen und lieben und hassen
die Uhr tickt den Ausgang im Gleichklang dazu.
Wir können doch jetzt voneinander nicht lassen
denn da wo ein ICH ist, ist doch auch ein DU.

Es rauscht das Abwasser durch alternde Röhren
ein Mensch kocht Kaffee – als wär gar nichts los.
Der Nebel liegt dicht und schwer in den Föhren
Und schwer liegt mein Kopf noch in deinem Schoss.


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