anette herbst, ah-effekte

Willkommen auf ah-effekte, der persönlichen Homepage von Anette Herbst und der Schnürliprinzessin!

Dr. Hansen

erdichtet mithilfe einer imaginierten Begleitmelodie
à la Konstantin Wecker
November 2007, ah

Was macht Herr Dr. Hansen
wenn er vor dem Abgrund steht?
Dr. Hansen? Der macht gar nichts
denn er hat seine Diät.
Er nimmt’s zurückgelehnt, gelassen
und er lächelt vor sich hin.

Ach zu dumm, dass ich nicht Dr. Hansen bin.

Er hat gebuckelt für die Firma
hat sich politisch engagiert,
gestern hat man ihn
mit einem kurzen Schreiben abserviert.
Doch Dr. Hansen kratzt das wenig
er hat einiges im Spint.

Ach so schade, dass wir nicht wie Dr. Hansen sind.

Er, das Profiteungeheuer
zahlte nur die halbe Steuer
nahm, was er so konnte kriegen
zur grössten Not auch mit Intrigen.
Er scherte sich den Teufel um den Rest der Welt
und wurde daraufhin sofort zum Chef gewählt.

Was macht Herr Dr. Hansen
wenn er sich auf dem Sessel dreht?
Er hält die Nase in den Wind
und dreht nach da woher der weht.
Er delegiert und fühlt sich gut
und pflegt das Firmenschild aus Zinn.

Ach zu dumm, dass ich nicht Dr. Hansen bin.

Dass man ihn jetzt hat entlassen
konnten alle gar nicht fassen
er habe doch gelächelt immer
und sein viel zu grosses Zimmer
hielt geöffnet stets die Tür
er könne wirklich nichts dafür.

Lächelnd zeigt er jetzt die Zähne
gegen diesen Rest der Welt
Schliesslich hat man ihn ja dereinst
auch zum Chef gewählt.

Dr. Hansen, Dr. Hansen, Dr. Hansen
Dass es ihm gut geht sieht man leicht an seinem Ranzen
Doch ist ihm irgendwie entgangen
dass er an Macht doch sehr gehangen
und diese Macht, die nicht mehr ist
die macht ihn fertig und sie frisst
sich in Kopf und Seele und in die Gedärme
nur sie gab ihm stets Mut und Kraft und etwas Wärme.

Und wie er jetzt am Abgrund steht
so seelenlos mit der Diät
denkt er: „Ja, ohne Reingewinn
hat doch mein Leben keinen Sinn.
Hab doch nicht all die Zeit verpachtet
und werde jetzt ganz schlicht entmachtet.
Bin schliesslich Hansen mit nem Doktor vornedran
Und zeig der Welt jetzt mal, wie weit man gehen kann.“

Er hebt das Bein, fühlt sich zum letzten Mal gewichtig.
Auf seinem Grabstein steht:
„Wir danken dir aufrichtig“.


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