ZH – BS einfach
„Immer mobil: SBB!“, April 2009, ah.
erschienen im baz-Kulturmagazin am 30.04.09
Auf der Trompete ist Martin nicht so gut, er hat Schwierigkeiten mit der Höhe. Zeitgleich hat auch Herr Steinreisser Schwierigkeiten. Sein Motorrad (Baujahr 95) ist in der Werkstatt und muss vorgeführt werden. Sein geseufztes ‚Herrje’ verrät, dass er sich ernsthafte Sorgen macht. Wir auch! Dafür hat Martin mit seiner Ventilposaune richtig Spass und spielt, zu unser aller Erstaunen, schon flüssig, fast virtuos. Er kann auch gut Flügelhorn blasen, das ist wahr. Es ist wirklich einzig die Trompete, die ihm nicht so liegt, obwohl er sich selbst nach wie vor als Trompeter bezeichnet. Es liegt am Mundstück – wir sind uns einig. Herr Steinreisser hat offenbar doch noch Glück im Unglück. Bis Freitag könnte es eventuell klappen, dass er und sein Zweirad sich wiedersehen. Wir sind erleichtert und er lächelt ein romantisches Lächeln. Martins Bandkollege freut sich auf sein Baby heute Abend. Ach ja, Mensch, das Baby! Das war uns jetzt grade gar nicht präsent. Wir freuen uns mit. Welches Glück! Äxgüsi, wir waren abgelenkt. Kummer bereitet uns nämlich jetzt grade die junge Dame mit der rauchigen Stimme. Da laufen aber auch Sachen im Büro! Das geht SO auf gar keinen Fall! Da sind wir uns schon wieder einig: Hier ist Handlungsbedarf mit Ausrufezeichen. Derweil spielt Martin jetzt mal nur tiefe Töne. Klasse! Einfach Klasse! DAS ist es doch! Wir gratulieren zum Kauf dieser Ventilposaune. Denn das muss man sich mal reinziehen: Er hat just HEUTE dieses goldige Stück erworben. Chapeau! Und abermals sind wir uns einig: Das war ein guter Kauf. Schlappe 400 Euro. Nee, also, da kann man nicht meckern. Wir meckern nicht. Fast möchten wir rufen: „Glückwunsch Martin! Das war ein guter Kauf! Das ist DEIN Instrument!“ Aber da ereilt uns die nächste Sorge: Wird es machbar sein, diese Ventilposaunensequenzen noch unterzubringen auf der gerade fertiggestellten Demo-CD? Wir bilden Diskussionsgruppen. Auf der Demo-CD befinden sich drei sehr repräsentative Songs. Toll wäre es natürlich, jetzt auch noch die Ventilposaune… Aber Vorsicht! Hier muss genau geprüft werden WO WIE und ob überhaupt. Es könnte natürlich gehen. Die Nachaufnahme jedoch müsste rasch über die Bühne. Lasst uns doch noch einmal … Ach, Mist! Zu spät! „Ladies and gentlemen we are arriving at Basel. This ist the final destination. All passengers are kindly requested to leave the train. The SBB Traincrew thanks you and says goodbye.“
