Herbststurm
erdichtet mitten im sonnigen Oktober 2007, ah
veröffentlicht in der Anthologie
„Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“
Ausgewählte Werke XIII – 2010
Wie zwei zerfetzte Fahnen
so flattern wir im Wind
nackt, haltlos und verletzlich
wie Neugeborne sind.
Die meine Hand in deiner
und plötzlich wird viel kleiner
was sich der Geist erspinnt.
Zwei hoffnungsfrohe Kämpfer
gegen den Rest der Welt,
voll Leidenschaft die Herzen
die Taschen ohne Geld.
Mein Lieb, komm, lass uns tragen
von Winden, die uns jagen,
bis unser Sinn zerschellt.
So viel ist glatt gelogen
auf diesem Erdenball
die Echtheit, diese rare
hat längst schon einen Knall.
Halt fest in beiden Händen
ob wir uns wiederfänden
weiss man in keinem Fall.
